Ein Schwimmsteg als erste Barriere gegen Treibgut, Fröndenberg

Effektiver Schutz für Wasserkraftanlagen und Uferbereiche:

Wie wir mit einem maßgeschneiderten Schwimmsteg Wartungskosten senken und Betriebssicherheit garantieren.

Treibgut ist im Wasserkraftbetrieb kein Randthema. Äste, Unrat und Geschwemmsel erreichen den Rechen oft genau dort, wo der Betrieb möglichst ungestört laufen soll: im Zulauf zur Turbinenanlage. Am Möllerkraftwerk Schwitten in Fröndenberg bedeutete das einen hohen Aufwand für Räumung, Kontrolle und Wartung. Die vorhandenen Rechen und Räumer erfüllten ihre Aufgabe, sollten aber bereits vorgelagert entlastet werden.

Betreiber mit Wasserkraft-Erfahrung

Für die Stadtwerke Fröndenberg Wickede GmbH ist Wasserkraft an der Ruhr kein Sonderfall, sondern Teil des laufenden Anlagenbetriebs. Das Möllerkraftwerk Schwitten wurde 1923 eröffnet und nutzt heute zwei Kaplan-Rohrturbinen sowie eine Francis-Zwillingsturbine. Bei einer normalen Fallhöhe von 7,50 m entscheidet der freie Zulauf wesentlich darüber, wie stabil Rechen, Räumer und Turbinen arbeiten.

Der Schwimmsteg mit Treibgutabweiser setzt deshalb vor der eigentlichen Räumtechnik an. Er reduziert nicht die Bedeutung der vorhandenen Rechen, sondern entlastet sie: Treibgut wird früher geführt, seitlich abgeleitet und muss nicht mehr in gleichem Umfang direkt im kritischen Zulaufbereich beseitigt werden.

Umlenken statt anstauen

Der Treibgutabweiser ist tangential zur Anlage ausgerichtet. Ankommendes Material wird nicht vor dem Rechen gesammelt, sondern seitlich weitergeführt und zu einem definierten Ablaufbereich geleitet. Aus flächigem Räumaufwand wird dadurch ein gezielterer Eingriff an wenigen Stellen. Gleichzeitig bleibt die Konstruktion begehbar und unterstützt Wartungs- und Kontrollarbeiten direkt am Wasser.

Schwimmende Konstruktion für wechselnde Pegel

Die Anlage wurde nicht als starres Bauteil vor das Kraftwerk gesetzt, sondern als schwimmende Stegkonstruktion aus feuerverzinktem Stahl ausgeführt. Über eine Länge von rund 22 m bildet sie eine vorgelagerte Führungslinie im Zulauf: lang genug, um ankommendes Treibgut früh aufzunehmen und seitlich weiterzuleiten, zugleich schmal genug, um als begehbarer Arbeitssteg direkt am Wasser nutzbar zu bleiben.

Die Laufbreite von ca. 0,8 m schafft den notwendigen Zugang für Kontroll- und Wartungsarbeiten. Mit einer Gesamtbreite von ca. 1,7 m bleibt genügend konstruktiver Raum für Pontons, Geländer, Führungen und den eigentlichen Abweiser. Das Gesamtgewicht von rund 5.600 kg verteilt sich auf sieben gekoppelte Schubverbände. Dadurch konnte die Konstruktion an die Geometrie des Bestandsbauwerks angepasst, vor Ort montiert und anschließend als zusammenhängende Einheit eingeschwommen werden.

Die Pontons übernehmen dabei mehr als nur den Auftrieb. Sie sind auf die erforderliche Eintauchtiefe ausgelegt und über Ballastöffnungen austarierbar. So folgt der Schwimmsteg wechselnden Wasserständen, ohne seine Führungsfunktion vor dem Rechen zu verlieren. Als Lauffläche dienen aufgelegte Gitterroste; Geländer, Steigleiter, Führungen und Anschlusskonstruktionen binden den Steg funktional in die Kraftwerksumgebung ein.

Anbindung an den Bestand

Ein wesentlicher Punkt war die Verbindung zwischen schwimmender Konstruktion und bestehendem Bauwerk. Die Anschlusskonstruktionen, Stempel und Halterungen an den Halterohren sichern die Führung des Schwimmstegs, ohne die notwendige Beweglichkeit einzuschränken. Damit bleibt die Anlage auch bei wechselnden Wasserständen in Position.

Als Lauffläche dienen aufgelegte Gitterroste. Das Geländer wurde zusätzlich mit einer Laufschiene für ein Fallschutzsystem ausgestattet, damit Mitarbeitende des Kraftwerks bei Kontroll- und Wartungsarbeiten auf dem Steg gesichert werden können.

Montage am Wasser

Die Schubverbände und Anbauten wurden vor Ort an Land zusammengebaut und gekoppelt. Anschließend wurde die Gesamtkonstruktion mit einem Autokran eingehoben, per Boot eingeschwommen, uferseitig justiert und an den vorgesehenen Haltepunkten montiert. Nach der mechanischen Befestigung erfolgte die Austarierung des Schwimmstegs über die Pontons.

Weniger Räumaufwand, weniger Stillstand

Für den Betreiber liegt der Nutzen vor allem im laufenden Kraftwerksbetrieb. Treibgut wird früher aus dem kritischen Zulaufbereich geführt, die Rechen werden entlastet und der manuelle Treibgutabraum reduziert sich deutlich. Gleichzeitig sinkt das Risiko von kraftwerksbedingten Stillständen durch angestautes Material.

Der Schwimmsteg übernimmt damit eine doppelte Funktion: Er schützt die Anlage vor dem Rechen und schafft einen sicheren Zugang für Arbeiten am Wasser. Aus einer aufwendigen Räumsituation wurde eine vorgelagerte, geführte Treibgutabwehr. Direkt dort, wo sie den Betrieb am stärksten entlastet.

  • Unser Kunde:Stadtwerke Fröndenberg Wickede GmbH
  • Einsatzort:Ruhr-Obergraben, Möllerkraftwerk Schwitten in Fröndenberg
  • Leistungen:Projektierung, Fertigung und Montage des Treibgutabweisers
  • Projektende:September 2024
  • Details:Funktion: Treibgutabwehr, Kontroll- und Räumzugang
    Bauart: Schwimmende Stegkonstruktion (tangentialer Abweiser)
    Gesamtlänge: ca. 22,00 m
    Gesamtbreite: ca. 1,70 m
    Laufbreite (Wartungsgang): ca. 0,80 m
    Gesamtgewicht: ca. 5.600 kg
    Material: Stahl, feuerverzinkt
    Bauweise: 7 gekoppelte modulare Schubverbände
    Auftriebssystem: Austarierbare Stahl-Pontons mit Ballastöffnungen
    Sicherheitsfeatures: Anlagenseitiges Geländer mit integrierter Laufschiene für Fallschutzsystem (PSA)
    Bodenbelag: Rutschhemmende Gitterroste
    Anbindung: Bewegliche Führungskonstruktion an vertikalen Halterohren und Stempeln
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